Amateurfunkstation DL1SJN

Notfunkkonzepte und Kategorieübersicht im Krisenfall

Allgemeine Notfunkvorstellung nach Krisenkategorien

Im Ernstfall hängen die Wahl der Funkmittel und die Kommunikationswege stark vom Ausmaß der Krise ab. Ein lokaler Stromausfall erfordert andere Taktiken als eine nationale Katastrophe oder ein globaler Infrastrukturausfall. Folgende Übersicht gliedert den Notfunk in drei strategische Ebenen:

1. Lokale Ebene (Nahbereich)

Lokaler Notfunk (Nachbarschaft, Gemeinde, Stadtteil)

Szenario: Lokaler Stromausfall (Blackout), Ausfall lokaler Mobilfunkzellen, Unwetter/Sturmschäden im Landkreis, Ausfall des Festnetzes.

2. Nationale Ebene (Überregional)

Nationaler Notfunk (Bundesland, Gesamtdeutschland)

Szenario: Großflächiger, tagelanger Blackout, Sabotage an kritischer Infrastruktur (Kritis), flächendeckender Ausfall des Internets und des gesamten Handynetzes.

3. Globale Ebene (Weltweit)

Globaler Notfunk (Kontinental, Weltweit)

Szenario: Extreme Weltraumwetter-Ereignisse (starker Sonnensturm / Carrington-Ereignis) mit Zerstörung von Transatlantikkabeln, oder schwere globale Konflikte.

Zusammenfassung für den Krisenfall

Ein effektives Notfunkkonzept greift wie Zahnräder ineinander: Während die breite Bevölkerung auf der lokalen Ebene über lizenzfreien Jedermannfunk kommuniziert und sich organisiert, halten Funkamateure die Brücken zur nationalen und globalen Ebene offen, um Informationen dorthin zu transportieren, wo reguläre Netze komplett versagen.